Das Kuris-Schloss. Oblast Odesa

Der Palast gilt als ein architektonisches Denkmal der Region Odesa. Ursprünglich gehörte das Anwesen dem Kanzleichef des Herrn Suworow. Mit der Zeit ging der Palast in den Besitz des Leiters der geheimen Abteilung und Oberbefehlshabers, Oberst Iwan Kuris, über und später an seinen Sohn. Irakli Iwanowitsch erneuerte und erweiterte das Schloss erheblich. Rund um das Anwesen ließ er eine Windmühle, Wohnhäuser für die Menschen und ein Gestüt errichten, dessen Gebäude bis heute zu sehen ist. Nach Irakli Iwanowitsch ging der Palast an seinen Sohn, den Sammler Iwan Irakliowitsch, über. Seine Regierungszeit gilt als die beste in der Geschichte des Dorfes und des Familienpalastes.
Der Palast wurde in zwei Phasen erbaut. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der östliche Teil errichtet, wobei der Architekt unbekannt ist. Gerüchten zufolge soll der Oberstleutnant einen Meister aus dem fernen Frankreich eingeladen haben. Der erste Schlossbau soll eine feine Verarbeitung und Portiken mit Säulen gehabt haben, die nach der Restaurierung nicht erhalten geblieben sind. In den 1790er Jahren begann unter der Leitung des lokalen Architekten M. Tolwinski der Bau des westlichen Teils, dessen Fenster auf den Teich hinausgingen. Die Handwerker fügten ein drittes Stockwerk hinzu, zusätzliche Türme, elegante Balkone und einen runden islamischen Turm.
In der Architektur ist der neomaurische Stil deutlich erkennbar. Das Schloss wurde aus Muschelkalkstein erbaut. Das Gebäude wies markante gotische Elemente auf und erinnerte an einen mittelalterlichen Palast. Der Architektur des Palastes sind runde und kegelförmige Formen eigen, auf den Dächern befinden sich meteorologische Geräte zur Messung der Windrichtung. An der Stirnseite des Palastes befinden sich bogenförmige Einfahrten, die von Zierleisten eingefasst sind. Das Schloss verfügt über Terrassen unterschiedlicher Größe mit sanften halbkreisförmigen Vorsprüngen. Beidseitig der Terrassen befinden sich runde, symmetrische Treppen. Die Stufen führen zum englischen Park auf der Westseite des Anwesens. Die Fenster des Palastes sind rechteckig mit sanftem, kreisförmigem Übergang. Die Wände sind mit dreiblättrigen Zinnen verziert und reliefartig gestaltet. Vom Haupteingang gelangt man in einen riesigen Festsaal, der besonders ist, da in dessen Plan keine Fenster vorgesehen sind. Der Saal wird von Oberlicht erhellt, und der Innenraum wird durch vierseitige Halbsäulen und eine feine Bemalung ergänzt.